1. Tag: Anreise nach Lille
Vorbei an Aachen und durch die belgische Wallonie erreichen wir Lille. Bei einem Rundgang lernen wir das „Nordlicht“ Frankreichs kennen, das 2004 Kulturhauptstadt Europas war. Die Alte Börse auf der von prächtigen Fassaden umgebenen Grand’Place zählt zu den schönsten Bauwerken im historischen Zentrum, das von studentischem Leben erfüllt ist. Wir wohnen zentral unweit der Opéra.
2. Tag: Kunst & Kultur in Arras & Lens
In Arras fühlen wir uns nach Belgien oder in die Niederlande versetzt. Besonders beeindruckend ist auch hier die Grand’Place mit dem Rathaus und rund 150 flämischen Fassaden. Etwas vom Zentrum entfernt verbirgt sich 20 Meter unter den Pflastersteinen die Carrière Wellington, ein Ort voller Erinnerungen des Ersten Weltkrieges. Hier in unmittelbarer Frontnähe bereiteten die Briten im November 1916 den Überraschungsangriff des Frühjahrs 1917 vor. Zu diesem Zweck ließ man durch neuseeländische Tunnelbauer in den ehemaligen mittelalterlichen Kreidesteinbrüchen der Stadt ein unterirdisches Tunnelsystem bauen, in dem bis zu 24.000 Soldaten untergebracht werden konnten. Ein gläserner Aufzug lässt uns in diese unterirdische Welt abtauchen. Danach führt unser Weg zum Musée du Louvre in Lens. Die einstige Bergbaustadt bot dem Pariser Louvre 20 Hektar Fläche zum Bau des Museums an. Entstanden ist ein sowohl architektonisch als auch kuratorisch einzigartiger Ausstellungskomplex, dessen spektakulärer Höhepunkt die Galerie du temps ist: ein Extrakt des Louvre! Rund 200 Werke aus der Zeit von 3.500 vor Christus bis Mitte des 19. Jahrhunderts sind hier nicht nach Gattung gehängt, sondern präsentieren sich in einer luftigen Halle in zeitlicher Abfolge.
3. Tag: Flämische Kultur, bezaubernde Natur & Glaskunst
Wie kein anderes Museum in Europa zeigt das Musée de Flandre die Vielfalt der flämischen Kunst vom 15. Jahrhundert bis heute. Im restaurierten Grafensitz Hôtel de la Noble Cours hoch oben auf dem Mont Cassel gelegen präsentiert es sich auch als ein flämisches Kunstwerk mit Blick über das Herz Französisch-Flanderns. Später lassen wir uns während einer gemütlichen Bootsfahrt durch das Sumpfgebiet Marais Audomarois bei Saint-Omer von Flora, Fauna und der Landschaft bezaubern! Ein grünes Labyrinth, durchzogen von Kanälen, bewohnt von Gemüsebauern… Danach besuchen wir die Glasmanufaktur Arc International und lernen die verschiedenen Arten der Glasherstellung kennen. Die nächsten beiden Nächte verbringen wir in Hardelot ganz nah an der Küste.
4. Tag: Calais & die Côte d’Opale
Calais ist nicht nur Fährhafen für die Überfahrt nach England, sondern auch bekannt für die von Auguste Rodin als Bronzestatue verewigten hoch angesehenen „Bürger von Calais“, die vor dem Rathaus mit dem Glockenturm (UNESCO-Weltkulturerbe) zu bewundern sind. In der ehemaligen Spitzenmanufaktur, in der sich heute die Cité de la Dentelle et de la Mode befindet, wird die Herstellung der berühmten Calais-Spitze und deren Verwendung in der Haute Couture präsentiert. An der Strandpromenade entdecken wir zwei riesige Einwohner der Stadt: den phantastischen Meeresdrachen der Compagnie du Dragon, der den Besucher an Bord seines Rückens zu einem einzigartigen Erlebnis mitnimmt. Seit Ende 2025 leistet ihm ein neuer Waran Gesellschaft. An der Côte d’Opale („Opalküste“), benannt nach ihrer irisierenden Farbigkeit, atmet man das Gefühl von Weite und Freiheit ein. Die Steilklippen der beiden Kaps, Blanc Nez und Gris Nez, ragen hoch über das Meer hinaus und wurden als Grand Site de France klassifiziert. Wir fahren entlang der traumhaften Küste und lassen uns verzaubern. Kleine authentische Fischerdörfer wie Wissant und Audresselles sowie der charmante Badeort Wimereux säumen den Weg. Am Abend kommen wir nach Boulogne-sur-Mer: Die Oberstadt besteht aus der Befestigungsanlage mit dem Schloss, der Basilika und dem Wachturm. Die Unterstadt wird geprägt durch Frankreichs größten Fischereihafen, den Frachthafen und Yachthafen. Das Abendessen nehmen wir heute in einem Restaurant in Boulogne-sur-Mer ein.
5. Tag: Nausicaá & Au revoir
Heute Vormittag entdecken wir Boulogne-sur-Mer weiter. Dabei ist vor allem die Besichtigung von Nausicaá ein Muss. Das nationale Meereszentrum ist dem Ozean und der gesamten Unterwasserwelt gewidmet. Besonders spektakulär sind die neuen 9.500 m³ großen Wasserbecken mit 9 Metern Tiefe und das Amphitheater mit Blick auf die Haie. In diesem größten europäischen Komplex leben mehr als 35.000 Fische und andere Meeresbewohner. Mit vielen Erinnerungen treten wir dann die Heimreise an. À bientôt in Nordfrankreich!